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Innovationen

 

Modulare Stahlbrückenbauweise

Die Fußgängerbrücke über die Westliche Ringstrasse in Ingolstadt, wurde in Modulbauweise erstellt. Der Brückenlauf setzt sich aus jeweils 8 Meter langen Schüssen zusammen, die auf der Baustelle nur noch miteinander verschraubt wurden. Alle übrigen Bauteile wie Pylone und Stützenrahmen wurden ebenfalls werksmäßig komplett vorgefertigt. Durch diese Bauweise musste für den eigentlichen Brückenschlag, die restlichen 24 Meter über die Hauptstrasse, der Verkehr in einer Nachtaktion nur insgesamt 4 Stunden umgeleitet werden. Aus der Modulbauweise ergeben sich folgende Vorteile:

  • Schneller Montageablauf mit wenig Behinderungen des Umfelds
  • Witterungsunabhängige Fertigung der einzelnen Elemente im Werk
  • Wirtschaftliche Verfahrensweise durch Serienfertigung der weitmöglichst baugleichen Überbauelemente
  • Werksmäßige witterungsunabhängige Korrosionsbeschichtung in hoher Ausführungsqualität
  • Keine Baustellenschweißungen und damit verbundene Korrosionsprobleme
  • DSCN7403
  • DSCN7575
  • Fussgaengerbruecke-1
  • Fussgaengerbruecke-2
 

Stahlfaserbetondecke

BV Wohn- und Geschäftshaus an der Goethestrasse, VI. Bauabschnitt

Am Freitag, den 05.10.07 wurde in der Goethestrasse 140 die erste frei tragende Flachdecke aus Stahlfaserbeton im kommerziellen Bereich in Deutschland erstellt. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt, als innovationsorientierter Bauherr, ermöglichte uns in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro EBE + EBE, die Umsetzung dieser zukunftsweisenden Bauweise. Die Firma ArcelorMittal in Belgien entwickelte die speziellen Stahlfasern und vertreibt das TAB-Slab-System (Produktname der Fa. ArcelorMittal für diese Stahlfaserbetondecken) bereits in mehreren Ländern Europas. In Deutschland ist diese Bauweise nur mit einer Zulassung im Einzelfall der obersten Baubehörde möglich und wurde hier erstmalig genehmigt.

Die Funktionsweise dieser Bauart lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Systembeschreibung Stahlfaserbeton:
    Der Baustoff „Beton“ kann als Kunststein zwar sehr gut Druckkräfte weiterleiten, aber Zugkräfte, die beispielsweise an einer Deckenunterseite auftreten, führen zu Rissen mit anschließendem Systemversagen. Durch die Beimischung von Stahlfasern können diese Zugkräfte aufgenommen und im Zusammenspiel mit dem Korngerüst des Beton weitergeleitet werden.
  • Geschichte des Stahlfaserbetons in Deutschland
    Bereits in den 70iger Jahren wurde Stahlfaserbeton im Untertagebau eingesetzt. Erst in den letzten Jahren ermöglichte die technische Weiterentwicklung der Fasern (Form/Festigkeit), der Betontechnologie und vor allem der maschinellen Vermischungsmethoden, die Produktion eines annähernd homogenen, gut verarbeitbaren Baustoffes. Seitdem ist der Stahlfaserbeton auf dem Vormarsch. Bauteile mit einem geringen Versagensrisikos, wie Bodenplatten oder Fundamente, sind in Stahlfaserbetonbauweise bereits zugelassen und werden zunehmend ausgeführt. Die Zulassung und Anwendung dieser Bauweise bei Trägern und Decken ist der nächste konsequente Entwicklungsschritt.
  • Vorteile des Stahlfaserbetons gegenüber dem konventionellen Stahlbeton:
    Beim konventionellen Stahlbeton müssen Stabstahl oder Stahlmatten zu einem Bewehrungskorb geflochten werden. Beim Stahlfaserbeton ist lediglich eine sogenannte Kollapsbewehrung (APC-Bewehrung) zur Verhinderung eines fortschreitenden Versagens bei außergewöhnlichen Ereignissen (z. B. Erdbeben oder Ausfall einer Stütze) einzulegen. In Zeiten der steigenden Lohnkosten bedeutet die deutliche Reduzierung des Arbeitsgangs „Bewehrungsflechten“ einen wirtschaftlichen und zeitlichen
    Gewinn für den Bauherrn.

Auf den Bildern unten können Sie den Unterschied des Arbeitsaufwandes zwischen einer konventionell bewehrten Decke und einer Stahlfaserbetondecke erkennen (beides BV Goethestr. VI BA). Der Prüfwürfel zeigt den strukturellen Aufbau des Stahlfaserbetons.

Konventionell bewehrte Decke:
Untere Bewehrungslage

APC-Bewehrung der Stahlfaserbetondecke

Prüfwürfel Stahlfaserbeton

   
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